Sports & Politics

Wachwechsel

Es schmerzt anzusehen, wenn die großen „alten“ Ladys des Weltfußballs entzaubert werden, oder sich selbst entzaubern. Megan Rapinoe ist der Blamage gerade noch von der Schippe gesprungen, als die Amerikanerinnen sich mühsam in die Runde der letzten 16 retteten.

Ohne Glanz; Megan Rapinoe muss sich mit dem Status einer Einwechselspielerin zufrieden geben; ihr Haupthaar hat von Pinkrosa zu zartem Lilableu gewechselt, doch mehr als einige gute Pässe hat sie nicht mehr zu bieten. Die „Grundschnelligkeit“ sei nicht mehr da, bemerkt eine Reporterin etwas schmucklos, vielleicht sogar geschmacklos. Doch auch ihren Mitspielerinnen mangelte es an Selbstbewusstsein, Kampfgeist und Spielideen, so dass ein mattes Unentschieden gegen Portugal gerade noch zum Erreichen des Achtelfinales genügen musste.

Noch schlimmer hat es Marta erwischt!

Gegen Jamaika immerhin in der Startelf, konnte sie kaum Impulse setzen. Es schien, als ob ihre Mitstreiterinnen zu sehr auf das Glücksmoment der mehrfachen Weltfußballerin setzten, wie wenn sie eine Ausrede für mangelnde Eigeninitiative brauchten. Auf der Weltbühne wird sie keine tragende Rolle mehr spielen, ihr Tränen kann man nachvollziehen. Brasilien ausgeschieden, alle sind fassungslos. Kalt erwischt hat es auch die Italienerinnen, denen Südafrika durch ein spätes Siegtor zum 3:2 die Schau stahl. Die geradlinig und eminent zielstrebigen Südafrikanerinnen stehen im Achtelfinale.

Dorthin wünscht sich Style PASS natürlich auch die deutschen Frauen, doch angesichts mancher Überraschung sollten sie gewarnt sein. Ein Wachwechsel vollzieht sich gerade, hoffentlich nicht gegen „unsere“ Frauen im Spiel gegen Südkorea.

Das selbstbewusste Bild von Megan Rapinoe veröffentlicht die Fifa auf ihrer Homepage

Nicht immer steht die Null

„Ein Sieg muss her“, heißt es so kämpferisch in der Fußballsprache. Wohl wahr, leider trifft das jetzt auf die deutsche Fußballmannschaft der Frauen zu, denn bei der WM gab es in Sydney einen herben Dämpfer: Die Kolumbianerinnen kauften unseren Spielerinnen den Schneid ab und siegten durch ein Kopfballtor in letzter Nachspiel-Minute mit 2:1.

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