Sports & Politics
Tod durch Drogen
Ein gesunder Lifestyle, verbunden mit Sport, etwa (Frauen-)Fußball, guten zwischenmenschlichen Beziehungen und einem Job, der einem Spaß macht, kann Menschen vor dem Drogenabsturz schützen. Doch immer mehr Menschen, gerade Jugendliche, verlieren die Balance und greifen zu Drogen. Die Zahl der Drogentoten ist zuletzt wieder gestiegen.
Style PASS hat sich umgehört!
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) verweist gegenüber Style PASS auf den Rückgang der Raucherquote und des Alkoholkonsums unter Jugendlichen, dies sei ein Beweis „vielfältiger Präventionsbemühungen“: Im Jahr 2025 gaben 83,6 Prozent der 12- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen an, noch nie geraucht zu haben, deutlich mehr als 2001 mit 41,6 Prozent. Der Anteil männlicher jugendlicher Raucher ging von 2001 (27,2 Prozent) bis 2021 (5,5 Prozent) deutlich zurück. Danach stieg der Anteil wieder an und lag in 2025 mit 9,7 Prozent signifikant höher als 2021. Zudem verweist das Institut darauf, dass Jugendliche immer verantwortungsvoller mit „Substanzen umgehen“ würden.
Doch ist die Situation wirklich so positiv, wie das BIÖG verlautbart?
Schließlich nahm parallel dazu der Konsum von anderen legalen Substanzen, etwa so genannten E- Zigaretten, deutlich zu: Im Jahr 2021 konsumierten 2,9 Prozent der männlichen Jugendlichen diese Produkte, zuletzt waren es schon 6,7 Prozent – bei den Mädchen war der Anstieg sogar noch deutlicher spürbar. E-Zigaretten enthalten ebenso wie konventionelle Zigaretten Nikotin.
Nicht ganz so angetan von der Situation ist man bei der Hauptgeschäftsstelle für Suchtfragen: „In unserer täglichen Arbeit sehen wir eine wachsende Gruppe junger Menschen, die sehr riskant konsumieren. Oft wissen sie nicht, welche Substanzen sie genau zu sich nehmen und können die Folgen nicht abschätzen“, sagt Eva Egartner, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Massive psychische und soziale Probleme seien oftmals die Folgen, diese reichten von Konzentrations- und Schlafstörungen bis hin zu Psychosen oder dem Abbruch einer Schulausbildung.
Seit 2021 sind die Todesfälle durch Drogen bei unter 30-Jährigen um mehr als die Hälfte gestiegen, bei den unter 20-Jährigen haben sie sich nahezu verdoppelt. Fast jeder vierte Drogentote ist heute jünger als 30 Jahre. Insgesamt sind 2025 in Deutschland 2.150 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. So die offiziellen Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).
Auch bei Jugendsuchtberatung in Hamm ist man merkbar besorgt, dort spricht man gegenüber Style PASS von einem „unberechenbaren Drogenmarkt“ mit „hochpotenten synthetischen Substanzen“ sowie kombiniertem Konsum von Medikamenten und illegalen Drogen. Bestellungen im Internet seien inzwischen üblich. Auch beim Thema Alkohol sieht die Jugendsuchtberatung Nachholbedarf: „Alkohol wird vielfach zu sehr bagatellisiert. Auch die gesetzlichen Vorgaben – Stichwort die 'begleitete Abgabe von Alkohol an unter 16-Jährige durch Personensorgeberechtigte' – reichen aus Sicht des Jugendschutzes nicht aus!“
Doch welche Lösungsstrategien beim Thema Drogen gibt es?
Hier hat die Jugendsuchtberatung recht klare Vorstellungen und sagt gegenüber Style PASS: „Jugendliche müssen bereits vor einem problematischen Konsum erreicht werden. Gleichzeitig müssen niedrigschwellige Hilfen und Maßnahmen zur Schadensminimierung ausgebaut werden, um insbesondere tödliche Verläufe zu verhindern. Dafür braucht es eine langfristige und verlässliche Finanzierung, eine bessere Vernetzung der beteiligten Institutionen sowie eine evidenzbasierten Weiterentwicklung der Präventionsangebote!“
Eine Sichtweise, die auch Prof. Hendrik Streeck, Sucht- und Drogenbeauftragter der Bundesregierung, gegenüber Style PASS formuliert. Der mahnt sogar an, dass das ganze Thema im „Kanzleramt“ gut aufgehoben sei.
Ob unser chronisch überforderter Bundeskanzler in naher Zukunft etwas Sinnvolles zum Thema Drogenprävention sagen wird, hält Style PASS für jedoch unwahrscheinlich.
Vielmehr würde bei Reha-Angeboten für Jugendliche gespart, in den vergangen Jahren seien „wichtige Kliniken oder Stationen geschlossen“ worden.
Die Zahl der Todesfälle bei einigen Substanzen hat sich innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt: von 365 Fällen im Jahr 2021 auf 769 Fälle im Jahr 2025 beim Konsum von Kokain und Crack. Gleichzeitig breiten sich synthetische Opioide weiter aus. Zum Beispiel Fentanyl. Dort wurden 118 Todesfälle registriert - über 20 Prozent mehr als im Vorjahr.
Ist der deutsche (Frauen-)Fußball hier ein Vorbild für Jugendliche? Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) will man zum Thema „sauberer Sport“ beziehungsweise inwiefern Sportler genug täten, um sich gegen Drogen zu engagieren, erwartungsgemäß mal wieder nichts zu Style PASS sagen. Wozu auch, haben Spitzenverdiener und Bundestrainer schließlich keine Vorbildfunktion - kleine Ironie am Rande von Style PASS. Dort verweist man auf die NADA, der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland. Doch auch dort will man auf die Frage, ob sich Spieler*innen „ausreichend engagieren würden“ keine Stellung beziehen: „Dazu kann die NADA keine Auskunft geben. Im Bereich Anti-Doping können wir jedoch mitteilen, dass sich das System im Fußball etabliert hat und die Spielerinnen und Spieler daran partizipieren!“
Style PASS meint: Der Anstieg der Drogentoten ist besorgniserregend und ein gesamtgesellschaftliches Problem.
Lest ein Interview zum Thema HIER!
