Sports & Politics
Sparen, sparen, sparen
Kanzler Merz mahnt weiter zum Sparen und mehr Arbeit.
Aber ergibt das überhaupt Sinn?
Style PASS meint: Nein!
Gerade in wirtschaftlichen Krisen sollte Vater Staat generös sein und in den Säckel greifen. Statt einer Sparoffensive wäre nun ein Konjunkturprogramm angesagt, etwa, damit Bürgergeld-Empfänger*innen effektiv mehr Geld im Geldbeutel hätten, dann mehr ausgeben könnten, etwa öfter zum Frisör oder Essen gingen und so die Wirtschaft ankurbelten. Auch Investitionen in Infrastruktur würden der angeschlagenen Wirtschaft helfen. Dazu müsste die so genannte Schuldenbremse ausgesetzt werden. Vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts eigentlich kein Problem.
Das mantraartige Runterbeten von Kanzler Merz, die Deutschen müssten mehr arbeiten, bringt auch niemandem was, meint Style PASS. Irgendwo hat Chef-Statistiker Merz eine tolle Grafik aus dem Netz gefischt, die da besagt, dass die Schweizer 200 Stunden mehr als die Deutschen pro Jahr arbeiten gingen.
So what?
Klar, Deutschland ist bei den Feiertagen aus Arbeitnehmer*innen Sicht ganz gut aufgestellt, doch irgendwie mehren sich Stimmen im Netz, die Kritik an dieser dubiosen Statistik äußern, die weder die Wochenstundenzahl, noch eine Verteilung, etwa, wie viel Prozent der Bevölkerung überdurchschnittlich viel oder wenig arbeiten, abbildet. Und eigentlich sollte Wirtschaftsmann Merz ja wissen, dass (Arbeits-)Stunden alleine gar nichts über die Wirtschaftsleistung einer Nation sagen, sondern dass er die Stunden ins Verhältnis zum Output setzen müsste, also über die Produktivität sprechen müsste.
Tut er aber nicht.
Da lohnt sich ein Vergleich mit Südamerika: In Kolumbien arbeiten Menschen sogar 600 Stunden mehr im Jahr als in Deutschland - und die Produktivität ist dennoch niedriger als in Deutschland. Komisch!
Merz Gedankengänge ergeben also keinerlei Sinn.
Last but not least ist es schon etwas sehr kreativ gedacht, einfach mehr Arbeit anzumahnen, wenn es gar nicht genügend Jobs für Arbeitssuchende gibt, denn momentan sind laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit knapp drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Selbst viele Vollakademiker*innen sind auf Suche.
Ach je, lieber Kanzler Merz, nachsitzen, meint Style PASS!
