Sports & Politics

Style PASS zeigt Euch das „Slum Studio“

Kreative Kleiderkunst vs. Globalisierungs-Irrsinn

Wie war das mit der Globalisierung? Welche Vorteile hatte sie nochmal? Der wirtschaftliche Verschiebebahnhof hat vorerst in Westafrika, genau auf Accras (Hauptstadt Ghanas) Kantamanto-Markt halt gemacht – und die Auswirkungen von sozioökonomischen Gefällen, fehlenden politischen Regelungen und sozialer Abfederung zugunsten eines sozialen und ökologischen Desasters werden hier besonders krass deutlich.

Dort werden wöchentlich 15 Millionen – in Worten: FÜNFZEHNMILLIONEN – gebrauchte Kleidungstücke aus Nordamerika, China und Europa abgeladen.

Frauen und Mädchen, sogenannte Kayeiyei (Trägerinnen), balancieren riesige Kleiderballen von Importeuren zu Händlern und Verbrauchern (…) Durch den Massenimport von Alt- und Billigware aus Nordamerika, China und Europa wird die lokale Textilindustrie Ghanas im Keim erstickt. Dass rund 40 Prozent dieser Altkleider illegal verbrannt und vergraben werden, mit verheerenden Folgen für die Umwelt, ist wenig bekannt. Gegenmaßnahmen gibt es kaum“, schreibt das art-Magazin in einem aktuellen Artikel, in dem es eigentlich um den ghanaischen Künstler Sel Kofiga geht.

Kofiga ist Künstler, Performer und gesellschaftspolitischer Aktivist und hat mit seinem Mode-Label „The Slum Studio“ eine Message: Er sucht auf Märkten nach Shirts, Hosen und Jacken aus heller Baumwolle. Diese Stücke nutzt er wie eine Leinwand, veredelt sie mit Farbe, Malerei und Mustern, die er sich bei bekannten Künstlern wie Jean-Michel Basquiat oder George Condo abschaut und neu kombiniert. Viele seiner Arbeiten präsentiert er auch auf Instagram!

Sel Kofiga rebelliert mit seiner Arbeit gegen die Auswirkungen einer entgrenzten Globalisierung: „Ich wünsche mir, dass jeder versteht, dass das, was wir heute tragen, jemand anderen an einem anderen Ort beeinflusst“, zitiert ihn das art-Magazin: „Wenn wir Kunstwerke gut pflegen, halten sie länger: Dasselbe sollten wir mit unserer Kleidung tun.“

Style PASS findet: Die Arbeit von Sel Kofiga macht nachdenklich und erzeugt ein schlechtes Gewissen, denn die weitreichenden Folgen, wenn wir als Europäer Jeans oder den alten Pulli bei der einen oder anderen „Welfare“-Organisation abgeben, sind uns so wohl nicht bewusst.

Style PASS fordert: Die Afrikaner müssen in ihrer eigenen Wirtschaft unterstützt werden, inklusive kreativer Kleiderproduktion! Sie dürfen nicht als unfreiwillige Müllhalde einer (westlichen) Wegwerfgesellschaft missbraucht werden.

Deutsche Spielerinnen besuchen Holocaust-Gedenkstätte:

Persönlichkeitsentwicklung und sportlicher Ehrgeiz

 

Klare Standpunkte hat die Deutsche Frauenfußball-Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg nicht nur in Bezug auf sportliche Leistung und Erfolg. Bereits im Style PASS-Interview, gab sie Einblicke in ihre Vorstellungen, über das Sportliche hinaus, dem Team und den einzelnen Spielerinnen auch auf einer persönlichen Ebene Raum zum Wachsen zu geben.

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