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Idee meets Ideologie!

Wie viele Liberale braucht man, um eine Glühbirne einzusetzen?

Antwort?

Keinen, das regelt der Markt.

In Argentinien setzt Javier Milei aktuell darauf, den Staat mit der Kettensäge zu kastrieren, um die "freien Marktkräfte" rauszukitzeln.

Eine gute Idee oder einfach ideologischer Unsinn?

Style PASS hat sich die ökonomische Ideologie hinter Mileis Ideen angesehen!

Obwohl Argentinien im Vergleich zu europäischen Wohlfahrtsstaaten wie Frankreich (2023: etwa 57 Prozent) eine deutlich niedrigere Staatsquote aufweist, gilt die Quote für ein "Schwellenland" und im Kontext zu Nachbarländern traditionell als sehr hoch. Zum Vergleich: Die Staatsquote in Argentinien lag 2023 bei 37,64 Prozent, im Nachbarland Bolivien 2023 bei lediglich 19,29 Prozent.

Nun ist Mileis Aufgabe eigentlich, wie man aus einem "Schwellenland" einen modernen Staat macht!

Oder das Schwellenland wieder zu einem "Entwicklungsland" zurück stuft? Vieles deutet aktuell darauf hin. In der Geschichte Argentiniens gab es zwischen Militär- Diktatoren und linken Führern schon viele Facetten ideologischer Schulen, mit denen das Land überzogen wurde. Nun also ein liberaler Ökonom mit Lederjacke und Kettensäge als einprägsames Bild für seinen "Befreiungskampf".

Der Begriff des Schwellenlands, unter dem Argentinien allgemein geführt wird, wurde ja irgendwann mal als nicht-diskriminierendes Synonym für den negativ konnotierten Begriff des "Entwicklungslands" eingeführt, weiß Style PASS.

Aber das nur am Rande!

Javier Gerardo Milei, argentinischer Ökonom, seit Dezember 2023 Präsident Argentiniens, will nun mit dem bürokratischen Kahlschlag und Beamten-Entlassungen die dortige Wirtschaft retten.
Nach anderen Ökonomen wie Hayek (1919 geboren, Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1974), auf die sich Milei offenbar bezieht, ganz einfach! In der sogenannten österreichischen Schule wird angenommen: Man braucht keinen Staat, was das menschliche Wesen so zum Glücklichsein braucht, regelt alles der Markt nach irgendwelchen "Marktgesetzen".

Gut für Milei, muss er dann nichts mehr regeln, etwa fiskalpolitische Steuerungsinstrumente bemühen oder reformieren, wie Steuersätze, angepasst auf die Sozialstruktur "seines" Landes, sondern kann eine Runde am beliebten argentinischen Badeort Mar del Plata chillen!

Kleiner Sarksmus von Style PASS und wir kommen wieder auf eine sachliche Ebene: Natürlich wird Hayek noch an vielen Lehrstühlen gelehrt. Mitgedacht von Leuten, die noch nie in politischer Verantwortung standen.

Hayeks Theorie ist rückständig und überholt.

Ebenso wie Milei ordentlich Wählerstimmen mit seinem neoliberalen Gewäsch einsammelte, von Bürger+innen, die aufgrund fehlender Bildung oder aus einer individuellen Notlage heraus seine Konzepte nur unzureichend bewerten konnten oder nach einem Strohhalm griffen, hat auch Hayek versucht, komplexe Zusammenhänge in einfache Formeln zu gießen.

Theorie und Praxis - da gibts gewisse Unterschiede!

Aber: Was Hayek einstmals propagierte, wurde vielfach sowohl theoeretisch als auch "lebenspraktisch" widerlegt. Man kann Hayeks Formeln vielleicht auf einfache Gesellschaften, heutzutage noch bei indigenen Stämmen im Urwald zu finden, anwenden, aber auch ein "Schwellenland" wie Argentinen, das immerhin Spitzenfußballer wie Diego Maradona hervorbrachte, ist heute eigentlich schon sehr viel weiter entwickelt.

Seine Sympathiepunkte sammelte Milei vielmehr damit ein, indem er die gesellschaftlichen Gruppen gegeneinander ausspielte und ein rückständiges Ökonomie-Konzept als Feigenblatt davor schob!

Nun sind also die argentinischen Beamt+innen dran.

Style PASS erklärt: Der bekannte Theoretiker Hayek hat einstmal einfach eine Art Tauschwirtschaft als Gesellschaftsmodell skizziert. In der stets prachtvoll funktionierenden Tauschwirtschaft wird gesagt, dass Angebot und Nachfrage alles regeln. Beispiel: Wenn ich Hunger habe, gehe ich arbeiten. Arbeitskraft gegen Geld. Von dem Geld kann ich mir dann Lebensmittel kaufen.

Soweit, so einfach!

Komisch nur, dass es in der perfekten Tauschwirtschaft auch immer genug Jobs für alle gibt (Aufpassen: IRONIE). Deshalb braucht man auch keinen Staat, der Arbeitslosen dennoch Geld gibt, auch wenn sie ihre Arbeitskraft nicht gegen Geld tauschen können. Es gibt dann auch keine Rentner und staatliche Renten, weil man natürlich bis 90 arbeitsfähig ist (Aufpassen wieder IRONIE). Wo das Geld herkommt, wenn es keinen Staat gibt, kann uns Herr Hayek leider auch nicht erklären. Wir können ihn auch nicht mehr fragen, da er 1992 verstorben ist. Vielleicht muss man das Geld dann aus Atlantischen Ozean vor den Toren Argentiniens fischen und wie in nicht entwickelten Gesellschaften wieder Muscheln als Tauschmedium einführen. Seltsam nur, dass Milei momentan Beamt+innen entlässt, denn eigentlich müsste er sich dann auch selbst entlassen, schließlich ist er ja auch nur Angestellter Argentiniens.

Hayek hat ja auch Theorien aufgestellt, weil er ein eigens Fach der Ökonomie etablieren wollte. Zu jeder "Wissenschaft" gehört ja auch irgendwie immer Mathematik mit dazu und deshalb hat er Modelle aufgestellt, die irgendwie "mathematisch" funktionieren. In der Theorie. Nicht aber in der heutigen Realität.

Was meint Style PASS zu Mileis-Kettensägen-Politik?

Wenn Milei seine Kettensäge nicht beiseite legt und sein Konzept überdenkt, wird das Ganze schlichtweg im Chaos enden. Länder brauchen heute eine intelligente Fiskalpolitik, die im globalen Kontext integrativ wirkt. Dazu muss das "gesellschaftlich institutionalisierte Taschmedium Geld" von Politikern respektiert werden, denn der Bitcoin, unter Liberalen als der neue Heilsbringer verehrt, wird es nicht regeln. Denn Unternehmen wickeln ihre Geschäfte nicht in Bitcoins ab.

Warum?

Weil der Bitcoin spekulativ ist, eine Art Spekulationsobjekt, und sehr stark in seiner "Kaufkraft" schwankt. Wenn ein Unternehmer+in montags 500 Bitcoins für eine Maschine ausgeben muss und der Unternehmer+in nicht weiß, was der Bitcoin mittwochs noch wert ist, beziehungsweise die Maschine mittwochs kosten wird, dann macht dies jegliche Kaufentscheidungen und wirtschaftlich nachhaltiges Handeln quasi unmöglich. Der Vorteil des Geldes ist ja der, dass Geld "wertstabil" ist. Um Wertstabilität zu erreichen, braucht auch Argentinien eine intelligente Fiskalpolitik, weil es der Markt eben nicht, wie Neoliberale behaupten, "einfach mal so regelt".

Style PASS fasst zusammen: Nicht mal das Eindrehen einer Glühbirne in Mileis Regierungsstube wird der argentinische Markt alleine regeln!

 

 

Power-Duo mit Einschüchterungseffekt!

Sie sind der wahr gewordene Albtraum jeden alten weißen Mannes zwischen FDP-Unternehmerflüge und CDU-Mitte-Lippenbekenntnissen: Ines Schwerdtner und Heidi Reichinnek von der Partei "Die Linke"!

Style PASS hat sich das Doppel mal näher angesehen!

 

 

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