Sports & Politics

Forscher Blick von außen

Zumindest vordergründig verkörpert Donata Hopfen die üblichen Klischees einer Powerfrau, die ab Januar 2022 die Nachfolge von Christian Seifert als Vorsitzende(r) der Deutschen Fußball-Liga übernimmt. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wurde vor 21 Jahren gegründet und vertritt die Interessen wie Vermarktung, Lizenzierung und so weiter der ersten und zweiten deutschen Fußball-Profi-Ligen. Christian Seifert ist gleichzeitig Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zwischen DFL und DFB besteht ein Grundlagenvertrag, der die jeweiligen Rechte und Pflichten regelt. Die DFL gilt seit Gründung als wesentlich effizienter und hat den Profivereinen zu erheblichen Einnahmen verholfen, während sich der DFB in Skandale verstrickt hat und mit permanenten Grabenkämpfen beschäftigt ist.

Christian Seifert ist seit 2007 Geschäftsführer der DFL GmbH, ihm zur Seite stehen fünf Direktoren der verschiedenen Arbeitsbereiche. Für Außenstehende kam der Rückzug von Seifert zum 1. Januar 2022 etwas überraschend, von Querelen ist allerdings nichts bekannt geworden.

Donata Hopfen (44) ist eine ausgewiesene und zielstrebige Digitalexpertin. Bei Springer brachte sie 14 Jahre lang das Digital- und Online-Geschäft erfolgreich voran und erwarb sich hohe Wertschätzung. Die Mutter zweier Kinder wechselte 2017 als CEO zu Verimi, einer branchenübergreifenden Digital-Plattform, die mit Gründungspartnern aus der deutschen DAX-Wirtschaft - unter anderen Daimler, Telekom, Deutsche Bank - ein Gegengewicht zu US-Digitalgiganten herstellen will. Seit Sommer 2019 war sie als Digitalberaterin in Berlin tätig und zum 1. Januar 2022 wird sie ihren forschen Blick von außen auf die DFL werfen.

Style PASS findet es bemerkenswert, dass ein so Männer gesteuerter Verband wie die DFL eine Frau zur Geschäftsführerin ausgesucht hat und nicht etwa von innen mit Postengeschiebe hantiert. Der Donata Hopfen wünscht Style PASS viel Erfolg und hofft, dass sich ihr vom Lateinischen abgeleiteter Vornamen tatsächlich als „Geschenk“ für die DFL erweist.

Keine Identifikation mit Losern

Ablenkung ist gefragt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) geht hoffnungsfroh in die bald anstehende WM-Qualifikationsspiele. Hans-Dieter („Hansi“) Flick, der neue Nationaltrainer, soll es richten. Von „Baustelle“ ist die Rede und vom „Umkrempeln“ und neuem Spirit zum Siegeswillen. Was im Umkehrschluss heißt, dass unter Joachim („Jogi“) Löw vieles im Argen lag; der DFB ließ es halt laufen, nur einige – selbstverständlich böswillige – Journalisten legten den Finger in die Wunde. Vorne wenig los, hinten zu viel, die Mitte lethargisch, so etwa der Befund in Sachen Nationalmannschaft. Nur Manager Oliver Bierhoff forderte unverdrossen mehr Identifikation mit der Nationalmannschaft. Doch in einer so oft beschworenen Leistungsgesellschaft identifiziert man sich doch nicht mit Losern.

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