Sports & Politics
Auf dem Klo mit Infantino
Eigentlich steht Style PASS nicht im Ruf, Verschwörungstheorien aufzustellen, aber mit einem Blick auf Psycho-Teddybär Gianni Infantino, Fifa-Boss, und seine neuesten Schachzüge, entsteht auch bei uns der Eindruck, die Bosse dieser Welt schlössen sich momentan zusammen, um uns alle an der Nase herumzuführen.
Die Zeichen stehen auf „WM in den USA“ – und Style PASS wagt einen Blick aufs große Ganze.
Soweit, so erfreulich! Die Kapitalisierungs-Maschine Fußball scheint nach wie vor zu funktionieren: Die Nachfrage nach Tickets sei enorm und die Fifa tut ihr Bestes, die Preise in die Höhe zu treiben. Musste ein Fan oder Fanin in Katar noch 1.300 Euro für alle Spiele hinlegen, so sind es nun schon 6.000 Euro in der Vergleichskategorie in den USA, Mexico und Kanada.
Ob die Einkommen der Fans im gleichen Zeitraum auch um den „Faktor 5“ gestiegen sind? Style PASS ist davon jedenfalls nichts bekannt!
Außer man hat kurzzeitig beim Pyramidensystem Bitcoin mitspekuliert und ein bisschen Patte gemacht. Von selbigem Geschäftsmodell lässt sich offenbar Ober-Abzocker Infantino momentan inspirieren, denn es gibt beim Kauf über die Fifa-Kontingente keine Festpreise, sondern Angebot und Nachfrage steuern die Verkaufspreise. Wie das so ist bei solchen Geschäftsmodellen: Die Karten werden dadurch zum Spekulationsobjekt und Leute, die nicht als „echter“ Fußballfan motiviert kaufen und auch wirklich vorhaben, hinzugehen, sondern weiterverkaufen wollen, spekulieren darauf, dass es irgendeinen Dummen gibt, der noch mehr zahlt.
Zudem: Ein unter Umständen nahrhafter Boden für indirekte Korruption - denn auch hier könnten Gelder aus dubiosen Ländern und Quellen „weißgewaschen“ werden, wenn größere Kartenkontingente zu absurden Spekulationspreisen plötzlich abgenommen werden!
Infantino lässt den Sport einmal mehr zur Gelddruckmaschine verkommen - auf Kosten der wirklichen Fans, die eh schon viel Geld zahlen und sich dann noch blöd vorkommen dürften, sollten sie mitbekommen, sie hätten ihre Karten für ein Mehrfaches weiterverkaufen können. Eine Art Stände- und Klassengesellschaft unter der Fahne der Völkerverständigung während der WM!
Denn: Beim "Dynamic Pricing" der Fifa regeln Angebot und Nachfrage den Preis. Klar, warum nicht? Aber war da nicht mal irgendwas, dass den Bürger+innen der Spitzenfußball als Motor für gesellschaftliche Weiterentwicklung, Partizipation und gesunden Lifestyle verkauft wurde?
Eine Teilnahme als Fan bei den Spielen wird somit zum gesellschaftlichen Statussymbol. Wer kann es sich leisten, wer nicht?
Antwort?
Wer sich Flug und Hotel in den USA leisten kann, kann sicherlich auch die Fifa-Merchandising-Maschine, inklusive Drinks und Fan-Artikeln mitzahlen, das jedenfalls scheint die doch arg zynische Rechnung eines Gianni Infantino zu sein.
Wer hinschaut, zahlt!
Und das Geld landet zum Teil in den Taschen von Funktionären wie Infantino. Ein Kritiker gegenüber der Presse: "Oft in Form sehr hoher Gehälter oder Aufwandsentschädigungen, obwohl viele dieser Posten formal ehrenamtlich sind! Solange das so ist, wird die Behauptung, dieses Geld komme dem Fußball zugute, ad absurdum geführt!"
Wer ist wirklich noch so naiv, auf dieses PR-Gewäsch von irgendwelchen „Ehrenämtern“ reinzufallen, fragt sich derweil Style PASS?
Dass die baldige WM eher Event-Fans und weniger fußballkundige Menschen mit wirklichem Interesse an Sport und Sportlern anzieht, scheint wahrscheinlich. Perspektivisch wird dies zu einer weiteren Entfremdung zwischen Sportart und Fans führen.
Infantino schadet mit seiner neuesten Monetarisierungs-Masche direkt dem Sport, erklärt Style PASS.
Denn die Gelddruckmaschine funktioniert nur solange, wie es genug Leute gibt, die sich aus Statusdenken Trikots kaufen und ein sportliches Großevent besuchen, eventuell auch, um dem Netzwerk-Gedanken nachzugehen. Es wird dazu führen, dass die Fans weniger Bindung zu den Nationalmannschaften und zu "ihren" Sportlern haben werden - und aus wirklich intrinsischem Interesse mitfiebern und mitjubeln.
Zwar ziehen die Fußballer nach wie vor gute Werbeverträge ab, aber auch die werden mittelfristig weniger werden, weil auch Werbepartner ganz genau hinschauen, ob ein Fußballer dafür sorgt, dass mehr ihres Produktes gekauft wird. Wenn die Bürger+innen Namen und Gesichter der Sportler einfach nicht mehr kennen, weil ihnen der Sport zu kommerziell geworden ist, wird auch die Gesichtscreme oder der Softdrink nicht mehr verkauft, nur weil ein Kicker dafür Werbung macht.
Da passt ins Bild, dass Infantino momentan vor Putin einknickt. Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges war Russland vom internationalen Fußball ausgeschlossen.
Gut so, meint Style PASS!
Doch nun konstatiert Infantino: "Dieser Bann hat nichts gebracht. Er hat nur zu mehr Frustration und Hass geführt". Zuvor hatte schon die UEFA vor, russische U17-Teams wieder zuzulassen. Klar, können die Jugendspieler aus Russland zwar nichts für ihren durchgeknallten Staatsboss, aber ein Einknicken vor Putin wird nur dazu führen, dass sich der machthungrige Führer in seinem Gebaren, wenn er nicht bekommt, was er will, zur Waffe zu greifen, einmal mehr bestätigt sieht. Nach dem Vorstoß der UEFA hielten 17 europäische Länder gegen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin: „Russland kann nur dann in den internationalen Fußball zurückkehren, wenn die Invasion in der Ukraine beendet ist.“
Wenig begeistert ist man verständlicherweise in der Ukraine von Infantinos wohlfeilen Worten! Schließlich muss Gianni sich auch nicht an der Front abknallen lassen und hat so leicht Reden, meint Style PASS!
Doch Infantino scheint sich an Trump ranschmeißen zu wollen, hat der weitestgehend moralfreie Dealmaker ein Interesse, Russland als Absatzmarkt für die USA und ständigen Vertragspartner zur Seite zu haben. Momentan hat Trump schon mal Amazon und Jeff Bezos einkassiert, der angeblich 28 Millionen US-Dollar für die Amazon-Produktion "Melania“, an - wen wohl -, zahlte? Ja, richtig, Trump-Gattin Melania Trump.
Ein doch recht ungewöhnlich hohes Honorar für die nicht ausgebildete Schauspielerin und Ex-Model Melania, die in dem Kitsch-Streifen in Designerklamotten durch die Landschaft stöckeln darf. Damit zeigt sich, dass Mode genauso wenig politisch wie Fußball ist und ebenso instrumentalisiert wird. Oder sich instrumentalisieren lässt. Denn in einem geskripteten Interview gibt Melania Auskunft über die organisatorischen Schwierigkeiten, Outfits für längere Staatsreisen zusammenzustellen: "Langfristig" müsse sie da planen.
Ob es sich dabei überhaupt noch um Staatsreisen handelt, oder nicht eher um Freizeitausflüge für Donald und Melania? Immerhin hatte Trump ja auf sein Präsidentschaftsgehalt verzichtet, mit der Begründung, er sei eh schon reich genug. Klar, wer auf 400.000 US-Dollar Präsidentengehalt verzichtet, darf sich mal eben so 28 Millionen von Bezos geben lassen. Offenbar handelt es sich aus Trumps Sicht bei seinem Posten ja nicht um einen ernsthaften Job mit sozialer Verantwortung, sondern eher um eine Art Ehrenamt!
Erlaubt ist in Ehrenämtern, was gefällt! Das steht im Ratgeber für rechtskonforme Korruption, dem goldenen Buch von "Das war schon immer so", weiß auch Style PASS! Zu beziehen eventuell über Amazon?
Komisch auch, was dem Schmierstreifen um Melania vorangegangen ist: Genervte Worte von Dealmaker Trump in seiner ersten Amtszeit, dass Amazon mit seiner enormen Marktmacht die US-Post ausnutzen würde. Trump forderte die US-Post auf, die Zustellgebühren für Amazon zu verdoppeln. Er bezeichnete das bestehende Abkommen zwischen der US-Post und Amazon als „Postamt-Scam“ und behauptete, Amazon würde die Post ausnutzen. Wobei schon damals Trump-Kritiker+innen die Preise, die Amazon zahlte, als „marktüblich“ bezeichneten und vermuteten, Trump sei genervt von kritischer Berichterstattung der „The Washington Post“. Eigentümer ist seit 2013 Jeff Bezos.
Nun, SURPRISE, ist auf einmal nichts mehr davon zu hören, dass Trump sich um zu niedrige Portokosten sorgt! Und bei der Washington Post wurden auf einmal Journalist+innen entlassen. Der Herausgeber ist nun auch zurückgetreten.
Style PASS meint: Bei aller Begeisterung für Deals und Gegendeals, den freien Markt und taffe Typen wie Trump und Infantino, aber das grenzenlose Rumgemauschel und die Instrumentalisierung des Fußballs muss endlich ein Ende haben. Die Spielchen, Tricks und Mentalitäten der handelnden Akteure dürften jedem wirklichen Fan inzwischen allenfalls zu Brechreiz und einem Toilettengang animieren - und nicht die Begeisterung für Sport und die WM fördern.
Und: Der Fußball darf nicht vor Kriegstreibern in die Knie gehen, genauso wenig wie die Medien und die europäischen Fußballverbände. Eine Möglichkeit könnte sein, dass sich die UEFA von der Fifa loslöst und zu einem werteorientierten Wettbewerb bekennt - und diesen auch glaubhaft umsetzt. Zumindest innerhalb der EU! Wenig realistisch, denn am Ende füttert Infantino eh alle mit Fifa-Geld.
Und im Wertebetrieb Deutschland?
Der DFB verpasst auch hier einmal mehr seine Chance, einfach abzusagen und die Kacke, die Infantino angezettelt hat, da zu belassen, wo sie hingehört: In den Klos der Fifa-Bosse und VIP-Lounges während der WM!
