Sports, Motivation & Psychologie

Die richtigen Glaubenssätze finden

Typisch weiblich? Nicht „nein“ sagen, sich auch noch das 5 Projekt auf den Tisch ziehen, dabei lächeln und bei Gehaltsverhandlungen zurückhaltend agieren. Jana Huth hat sich darauf spezialisiert, Frauen zu coachen, sich mehr Zeit für sich selbst und ihre Bedürfnisse, wie Fitness, zu nehmen.

Style PASS online: Studien belegen bis heute: Frauen sind in Führungspositionen unterrepräsentiert und verdienen tendenziell weniger als ihre männlichen Kollegen, woran liegt’s?

Jana Huth: Ich denke, Frauen sind nicht unbedingt unterrepräsentiert, Frauen haben ein anderes Auftreten und fallen dadurch teilweise weniger auf. Es fängt ja schon bei der höheren Stimmlage an. Männer haben eine viel tiefere und dadurch ausdrucksstärkere Stimmfrequenz und ein ganz anderes Auftreten als Frauen. Männer agieren rational nach Faktenlage, Frauen agieren eher nach dem „Bauchgefühl“ – aber auch nach Fakten. Dadurch werden sie zwar oft belächelt, haben aber fast immer das richtige Näschen, wenn es um Entscheidungen geht.

Dass Frauen weniger im gleichen Job verdienen, liegt daran, dass es immer noch eine andere Rollenvorstellung gibt. Die Arbeitsleistung von Frauen wird immer noch minderwertiger angesehen. Man sagt den Frauen nach, dass sie schlechter gebildet, psychisch und körperlich weniger belastbar sind. Was in der heutigen Zeit ja gar nicht mehr stimmt. In Gehaltsverhandlungen verhalten sich Frauen zurückhaltender und wechseln seltener ihre Arbeitsstelle. Frauen sind trotzdem nicht unflexibler als Männer.

Style PASS online: Sie coachen Frauen beim Thema „Grenzziehung“ und „Selbstbewusstsein“. Was sind die häufigsten Herausforderungen bei Ihren Coachees?

Die größte Herausforderung ist es, dass sich Frauen die Zeit für ihren Körper nehmen, die er auch braucht - nur so können sie 100 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit abrufen.

Die meisten Frauen, die zu mir ins Coaching kommen, möchten mehr an Energie, Leistungsfähigkeit und eine bessere Haltung dazu gewinnen. Hinzu kommen die allgemeinen Fitnessziele - Ausgleich zum Beruf, mehr Kraft (Muskulatur im Rücken) und Ausdauer.

Style PASS online: Sport ist nicht alles?

Genau! Es geht hier ja nicht nur um die körperlichen Ziele, sondern nur wenn „Frau“ das richtige Mindset hat, kann sie auch ihre körperlichen Ziele schaffen. Ich bin seit über 15 Jahren in der Fitnesswelt zu Hause und konnte einen großen Einblick und Erfahrung in die Welt der „Frau als Führungskraft“, als Selbständige und Unternehmerinnen bekommen.

Oftmals fängt es schon an, wenn sie Termine bei mir buchen, die Termine dann auch wahrzunehmen. Da kommt oft was im Job dazwischen und Frau sagt dann selten „Nein“.

Frauen müssen lernen, früher Grenzen zu ziehen, und auch öfters „Nein“ sagen. Wenn sie dies tun, wird ihnen allerdings oft nachgesagt, dass sie „zickig“ oder nicht „kooperativ“ sind.

Style PASS online: Die freie Wirtschaft, die böse Männerwelt mit ihren Seilschaften und ungeschriebenen Gesetzen. Sollten sich Frauen, um erfolgreich zu sein, da anpassen oder raten Sie zu eigenen Wegen und individuellen Lösungen?

Ich denke, dass jede Frau da ihren eigenen Weg gehen und auch immer individuell Lösungen finden sollte.

Wir wollen ja alle Menschen um uns herumhaben, die authentisch und mit viel Spaß ihre Arbeit verrichten, nur dann können wir ja auch jeder Herausforderung, die uns im Leben stellt, meisten. Was würde es uns Frauen bringen, wenn wir uns der Männerwelt anpassen würden und nicht mehr Frauen wären?

Style PASS online: Welche Rolle spielt Fitness beim Thema „mentale Stärke“?

Mentale Stärke heißt für mich, dass ich mich auf mein Ziel fokussiere, ob im Job oder im Training. Egal was wir als Ziel haben, wollen wir es erreichen, und dazu gehören nun mal die Einstellung und die mentale Stärke.

Wenn ich einen Marathon laufen will, dann arbeite ich darauf hin und trainiere, bereite mich vor. Ich höre nicht mittendrin auf und sage „na dann laufe ich einen Halbmarathon, ist doch besser als nichts“. Abbrechen oder Aufgeben hat in den meisten Fällen etwas mit mangelnder Disziplin und Willenskraft zu tun.

Oftmals sind es limitierende Glaubenssätze, die uns daran hindern, erfolgreich zu werden, sie werden uns von unseren Eltern, Lehrern, Partner, Kollegen vorgelebt, aber stimmen die denn IMMER?

Um Erfolgreich zu sein, sollte man negative Gedanken und negative Einstellungen ändern.

Konfuzius sagte:

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn die werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“

Style PASS online: Wie stehen Sie persönlich zum Thema „Willensstärke“?

Jedes Mal, wenn man sein Ziel aufgibt, denkt man negativ von sich und glaubt es ja selber, dass man kann es nicht kann.

Aufgeben ist keine Option für mich im Leben gewesen. Mit positiven Gedanken und der positiven Einstellung allen Herausforderungen gegenüber, überwindet man seine eigenen Grenzen und das ist für mich mentale Stärke, die wir alle in allen Lebensbereichen brauchen, ob im Training oder im Job.

Style PASS online: Sie haben sich auf „Unternehmerinnen“ spezialisiert. Da sollte man ja eigentlich denken, dass es sich hier um selbstbewusste Powerfrauen handelt, die keine Hilfe brauchen?

Es sind ja alles selbstbewusste Powerfrauen, sonst würden sie heute nicht da sein wo sie sind. Warum sollten sich nicht auch Frauen die Unternehmerinnen sind, einen Experten an ihre Seite holen, um ihre persönlichen, spezifischen Trainingsziele, schnell und ohne Umwege, zu erreichen? Denn auch für die Powerfrauen ist „Zeit Geld“. Egal in welchem Bereich man tätig ist, holt man sich in der heutigen Zeit Hilfe, um erfolgreicher in seinem Business zu werden. Wenn ich Hilfe für die mentale Stärke brauche, kann ich zu einem Mental Coach gehen. Wenn ich was mit dem Herzen habe, gehe ich doch auch zum Kardiologen und nicht zum allgemeinen Mediziner.

Style PASS online: Gab es persönliche Erlebnisse, die Sie dazu gebracht haben, als Coach arbeiten zu wollen?

Ich glaube, es ist jedem vorbestimmt, welchen Zweck die eigene Existenz hat. Es gab nie ein einzelnes Erlebnis, das mich dazu gebracht hat, den Weg des Personal Trainers zu gehen.

Es sind die Erfahrungen und Erlebnisse, die ich in all den Jahren sammeln durfte, die mich dazu gebracht haben, mich weiter zu entwickeln, wobei ich sagen muss, ich bin noch lange nicht da angekommen, wo ich gerne hinmöchte.

Ich habe eine sehr lange Zeit gebraucht, um meinen eigenen Weg zu finden. Heute kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Meiner Erfüllung und persönliche Leidenschaft nachzugehen, um Menschen zu helfen, ihre Stärken noch mehr auszubauen und dadurch die Schwächen zu minimieren!

 

Der Style PASS-Karma-Shoppingtipp!

„Karma is a bitch“? In der buddhistischen Lehre wird mit Glaubenssätzen gearbeitet, die auf philosophisch-logischen Überlegungen basieren. Im Zentrum steht das Karma, ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Style PASS hat diese schönen Buddha-Armbänder gefunden, die es aus verschiedenen Steinen gibt – schon die deutsche Ex-Bundestrainerin Silvia Neid setzte auf Glücksarmbänder für ihr Team, die den Slogan „Laganda“, schwedisch für „Teamgeist“, trugen. Bei Stress und schwierigen Lebenssituationen hilft manchen auch eine kleine Meditation, um zu mehr innerer Klarheit zu kommen – ein entspannender Raumduft sorgt dabei zusätzlich für gute Vibes? Zündet Euch beim Entspannen eine Duftkerze an – Style PASS findet die von La Jolie besonders schön!  

Welche Rolle spielen Emotionen im Fußball?

Fußballspiele gleichen oft einem Hexenkessel der Emotionen. Doch was sagt der Begriff Emotion eigentlich aus? Das Wort stammt aus dem Lateinischen, von ex: „heraus“ und motio: „Bewegung“ oder „Erregung“, wörtlich übersetzt auch „Energie in Bewegung“. Wie lassen sich Emotionen im Sport und insbesondere im Fußball verstehen – und einsetzen, um Gruppenerfolge zu erzielen?

Franzi Lautenbach, Expertin der Sportpsychologie und Doktorandin am Psychologischen Institut der Sporthochschule Köln, im Gespräch mit der Journalistin Mirjam Bauer.

 

Die Fragen stellte Mirjam Bauer

Herz, Hirn oder Muskel?

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