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Style PASS über eine nicht immer brave Hollywood-Ikone

Rita ist nicht immer „decent“

Gilda? Are you decent?“ – Der Casinobesitzer zögert, bevor er die Tür öffnet. Er möchte dem neuen Geschäftsführer seine frisch Angetraute vorstellen, ist sich aber nicht sicher, ob sie schon anständig bekleidet ist. Dabei hat „decent“ eine breitere Bedeutung, als nur das „angezogen“ der deutschen Synchronisation. Denn mit „anständig“ kann die Kleidung gemeint sein, aber auch der Charakter einer Person. Diese doppelbödige Wortbedeutung bezieht sich - wie könnte es anders sein - insbesondere auf die Frauenwelt. Style PASS stellt Euch hier die Hollywood-Ikone Rita Hayworth vor – die Szene entspringt ihrem Kultfilm „Gilda“, der sie unvergesslich machte.

Beim ersten Auftritt als „Gilda“ antwortet Rita Hayworth so augenzwinkernd empört, dass sie ohne jeden Zweifel beides meint. Der Zuschauer wird für den stark erotischen Subtext des Films sensibilisiert, bei dem das Ungesagte oft wichtiger ist, als das Ausgesprochene.

Ein Star ist Rita Hayworth zu diesem Zeitpunkt schon längst!

Aber „Gilda“ macht sie unsterblich. Dabei ist ihr Aufstieg alles andere als leicht. Hayworths Vater stammt aus Sevilla und entschließt sich 1913 in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Fünf Jahre später kommt Rita zur Welt. Schon mit 13 steht sie mit der Familie auf den Bühnen der beliebten Vaudeville-Theater, wo sie vor allem mit Flamenco für Furore sorgen. Doch mit dem Sieg des Tonfilms verlieren die Theater mehr und mehr an Bedeutung. Ritas Vater siedelt nach Hollywood, wo er sich als Tanzlehrer und Choreograf beim Film eine bessere Zukunft verspricht. Doch diesmal macht ihm die Wirtschaftskrise einen Strich durch die Rechnung. Zusammen mit seiner talentierten Tochter tingelt er durch Nachtclubs und präsentiert die Tänze seiner andalusischen Heimat.

In dem Milieu verkehren häufig Filmleute, ein Produzent wird auf Rita aufmerksam und lädt sie zu Probeaufnahmen ein. Die Folgen sind ein Vertrag bei der Fox, sowie Sprech- und Schauspielunterricht mit anderen Starlets. In den nächsten fünf Jahren dreht sie um die 30 Filme, das meiste davon schnell heruntergekurbelte Western, Krimis oder Abenteuergeschichten für den täglichen Appetit des Durchschnittspublikums.

Weiterentwicklung als Schauspielerin

Doch dann macht Rita in zwei ähnlichen Rollen in sehr unterschiedlichen Filmen auf sich aufmerksam. Beide Male wird sie als „Bad Girl“ besetzt; als das Mädchen, mit dem der Held am Ende eben nicht zusammen kommt: In „Only Angels have Wingsvon Howard Hawks begegnet sie ihrem Ex Cary Grant, der eine Fluglinie in den Anden betreibt. Sie konnte ihm nicht vertrauen, und seitdem ist er ein zynischer Frauenhasser. Als sie sich aus Reue betrinkt und ihm so ihre Gefühle offenbart, wäscht er ihr in doppelter Hinsicht den Kopf. Aber immerhin ist er danach bereit den Frauen doch noch eine Chance zu geben. Allerdings in Gestalt des Showgirls Jean Arthur. Im anderen Film hat Rita die ungleich größere Titelrolle: „The Strawberry Blonde“ von Raoul Walsh spielt in New York Anfang des 20. Jahrhunderts und handelt von zwei Freunden, die um das gleiche Mädchen werben, das die Blicke aller Männer auf sich zieht. Gerade als James Cagney sich im Vorteil fühlt, wartet er bei einem Rendezvous nicht nur vergeblich, sondern muss er erfahren, dass Rita gerade seinen besten Freund heiratet, weil dieser Aussicht auf eine große Karriere hat. Cagney, der eine Zahnarztausbildung begonnen hat, kann damit nicht mithalten und heiratet Olivia de Havilland. Doch damit beginnt die Geschichte erst. Denn Rita sorgt dafür, dass Cagney einen gut bezahlten Job im erfolgreichen Unternehmen ihres Mannes bekommt, der jedoch damit endet, dass dem naiven Cagney Betrügereien in die Schuhe geschoben werden, für die er fünf Jahre in den Knast wandert. Ihre Ehe schweißt das eher noch zusammen. Als Ritas Gatte dann zufällig auf Cagneys Zahnarztstuhl landet, hat er doch noch Gelegenheit sich angemessen zu rächen.

Frauenrollen mit Subtext

In beiden Filmen funktionieren die Frauenrollen gut, weil sie mit Augenzwinkern präsentiert werden. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass die moralisch legitimierten Enden der Zensur geschuldet sind, und die Frauen, die nicht „decent“ sind, deshalb bestraft werden müssen.

Und doch, schlussfolgert Style PASS: Wenn Man(n) sich bei beiden Filmen entscheiden dürfte, mit welcher der Frauen man einen Abend verbringt, würden die meisten gewiss die attraktivere Rita wählen; auch wenn (oder gerade weil) sie weniger harmlos ist.

Für Style PASS hat sich Autor Holger Badura mit einer echten Diva auseinander gesetzt

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Pragmatiker mit Charisma

Es gibt schillernde Vornamen. “Boris“ ist so einer, der verschiedenste Assoziationen weckt. Bei Boris Godunow ein monumentales, pathetisches Opern-Erlebnis, bei Boris Jelzin der Gedanke an heftige Wodka-Vernichtung, was immer noch humaner ist als irgendwo einzumarschieren; bei Boris Becker fällt einem ein brillanter Tennisspieler ein, der als Geschäftsmann leider nicht ganz so brillant herüber kommt.

Und Boris Palmer?

Ein geradliniger Typ.

Bild: Facebook / Boris Palmer

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